FAQ: Schadensabhilfe und Risikobewertung in der Elektronikfertigung
Diese Seite fasst zentrale Fragen zur Schadensabhilfe und Risikobewertung in der Elektronikfertigung zusammen. Im Fokus stehen die strukturierte Einordnung von Fehlerbildern auf elektronischen Baugruppen, die Auswahl geeigneter Prüf- und Nachweismethoden, die Bewertung relevanter Risiken sowie die Ableitung und Verifikation wirksamer Abhilfemaßnahmen. Ergänzend werden typische Fragestellungen zu Technischer Sauberkeit, Feuchterobustheit und Abhilfe-Modulen eingeordnet.
Letzte Aktualisierung: 26.01.2026
Das Wichtigste in Kürze
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Schadensabhilfe und Risikobewertung unterstützen dabei, Ausfallursachen auf elektronischen Baugruppen belastbar einzugrenzen und Risiken für Zuverlässigkeit, Serienprozess und Feldbetrieb nachvollziehbar zu bewerten.
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Für eine zielgerichtete Angebotserstellung sind Erstkontakt, Baugruppeninformationen und eine strukturierte Fehlerbeschreibung entscheidend, da daraus Analysestrategie und Aufwand abgeleitet werden.
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Ob eine Analyse zerstörungsfrei möglich ist, hängt vom Zugang zur relevanten Stelle und von der gewählten Methode ab.
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Ausfälle nach Feuchte- und Wärmebelastungen lassen sich bewerten, wenn Prüfergebnisse, Randbedingungen und die betroffene Baugruppe inklusive Kontextdaten vorliegen.
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Verfärbungen, Beläge und Verunreinigungen auf Feldrückläufern werden systematisch eingeordnet und bei Bedarf über geeignete Analytik abgesichert.
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Technische Sauberkeit und Partikelgrenzwerte sollten risikobasiert aus Anwendung, kritischen Bereichen, Ausfallmechanismen und Nachweisstrategie abgeleitet werden.
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Feuchterobustheit, Schutzkonzepte und Prozessabsicherung sind zentrale Bausteine, wenn Risiken dauerhaft reduziert und Maßnahmen verifiziert werden sollen.
Weiterführende Links:
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Schadensabhilfe & risikobewertungWelche Informationen benötigen Sie für die Erstellung eines Angebotes?
Für ein belastbares Angebot benötigen wir Erstkontakt, Baugruppeninformationen (Art der Baugruppe) und eine strukturierte Beschreibung des Fehlerbildes. Daraus leiten wir das passende Vorgehen, den Prüfumfang, den Prüfplan und den Aufwand ab.
a) Schadensanalyse
Für die Angebotserstellung und die Festlegung von Prüfumfang und Ablauf benötigen wir:
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Erstkontakt und Zielsetzung: Ansprechpartner, gewünschtes Ergebnis, zum Beispiel Ursache, Nachweis, Abstellmaßnahme, Auditfähigkeit
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Art der Baugruppe: Baugruppenbezeichnung, Technologie, Stückzahl und Verfügbarkeit, bekannte Materialien, Beschichtungen, Klebstoffe, Verguss
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Beschreibung der Problematik oder des Fehlers
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Fehlerbild, zum Beispiel Korrosion, Verfärbung, Kurzschluss, Leckstrom, Aussetzer
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Auftreten, Produktion, Test oder Feld
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Randbedingungen, Spannung, Temperatur, Feuchte, Medienkontakt
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vorhandene Daten, Bilder, Messwerte, Prüfberichte
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b) Risikobewertung
Für die Angebotserstellung und die Festlegung von Prüfumfang und Ablauf benötigen wir:
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Erstkontakt und Bewertungsziel: Fokus auf Feldrisiko, Freigabeentscheidung, Prozessänderung, Audit, Lieferantenkommunikation
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Art der Baugruppe und Anwendungskontext: Einsatzumgebung, Kritikalität, Belastungsprofil, geforderte Lebensdauer
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Fokus der Risikobetrachtung
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funktionales Risiko, Ausfallwahrscheinlichkeit
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Sicherheits oder Compliance Risiko
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Zuverlässigkeit über Lebensdauer, Klima, Feuchte, Temperaturwechsel
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Risiko durch Rückstände, Verunreinigungen, Materialwechselwirkungen
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Kann der Prüfling oder die Probe zerstörungsfrei analysiert werden?
Ob eine zerstörungsfreie oder zerstörungsarme Untersuchung möglich ist, wird fallbezogen entschieden. Ausschlaggebend sind der Zugang zur relevanten Stelle und die eingesetzte Methode.
Wovon die Machbarkeit typischerweise abhängt
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Zugang zur relevanten Stelle: erreichbar unter Bauteilen, in Spalten, an Grenzflächen, in Vergussbereichen
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Methode und Ziel der Aussage: Oberflächennahe Befunde, Grenzflächenbewertungen oder Materialwechselwirkungen erfordern unterschiedliche Vorgehensweisen
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Zustand und Verfügbarkeit der Probe: Originalzustand, Kontaminationsrisiko, Vergleichsmuster, Anzahl der Prüflinge
Beispiel für eine zerstörungsfreie Methode: Elektrische Impedanzspektroskopie (EIS) kann eingesetzt werden, um elektrische Eigenschaften und Veränderungen im Zeitverlauf zu bewerten. Welche Aussage möglich ist, hängt von Fragestellung, Messzugang und Aufbau der Baugruppe ab.
Praxis Hinweis
Wenn eine Grenzflächenbewertung erforderlich ist, kann zerstörungsfreie Analytik eingeschränkt sein. In diesen Fällen werden zerstörungsarme Alternativen oder abgestimmte Probenstrategien gewählt.
Können Sie die Ausfallursachen nach Feuchte- und Wärme-Testung analysieren?
Ja. Ausfälle nach Feuchte- und Wärme-Belastungen lassen sich analysieren, wenn die Baugruppe für Untersuchungen vorliegt und die notwendigen Hintergrundinformationen verfügbar sind.
Welche Informationen die Analyse deutlich beschleunigen
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Testbedingungen: Temperatur- und Feuchteprofil, Dauer, Zyklen, Spannungsbedingungen, Prüfnorm oder Prüfaufbau
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Ergebnisse: Messdaten, Auffälligkeiten, Ausfallzeitpunkt, Bilder, Prüfreports
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Baugruppeninformationen: Aufbau, Materialien, Schutzmaßnahmen, Prozesshistorie
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Einsatzkontext: Anwendung, Umgebung, Lagerung, Transport, bekannte Medien oder Schadgase
Wir sehen Verfärbungen und Verunreinigungen auf Feldrückläufern. Können Sie uns bei Beurteilung und Ursachensuche unterstützen?
Ja. Verfärbungen, Beläge und Verunreinigungen können aus Produktionsprozessen, Reinigungs und Spülprozessen, Materialwechselwirkungen oder Umwelteinflüssen resultieren. Eine belastbare Beurteilung erfordert Kontextdaten und geeignete Analytik.
Typische Vorgehensweise
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Sichtprüfung und Dokumentation: Mikroskopie, Fotodokumentation
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Kontextabgleich: Einsatzbedingungen, Klima, Medien, zeitlicher Verlauf
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Auswahl geeigneter Prüfmethoden: Identifikation von Rückständen oder Reaktionsprodukten, Abgleich mit plausiblen Mechanismen
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Ableitung nächster Schritte: Abhilfe Ansatz, Verifikation, Risiko Einordnung
Abhilfe-Modul Technische Sauberkeit
Partikelkontamination bewerten, Risiken minimieren, Lösungsansätze ausarbeiten.
Können Sie uns bei der Zeichnungsspezifikation zum Reinheitsgrad und der Technischen Sauberkeit unterstützen? Wie kann ich Partikelgrenzwerte festlegen?
Ja. Partikelgrenzwerte und Reinheitsgrad sollten risikobasiert aus Anwendung, kritischen Bereichen, Ausfallmechanismen und Nachweisstrategie abgeleitet werden, damit die Spezifikation technisch begründet, messbar und im Prozess stabil einhaltbar ist.
Typische Bausteine einer belastbaren Spezifikation
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Definition kritischer Bereiche und Funktionsflächen
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Partikelarten, Größenklassen, Grenzwerte
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Prüfmethode, Prüfumfang, Dokumentation
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Schnittstellen entlang der Prozesskette: Wareneingang, Montage, Reinigung, Verpackung
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Maßnahmenlogik: was passiert bei Befunden außerhalb des Zielkorridors
Können Sie ermitteln, ob unsere Baugruppen durch Schadgaseinwirkung ausgefallen sind?
Ja. Eine Bewertung von Schadgaseinflüssen ist möglich, wenn die Baugruppe für Analysen vorliegt und relevante Hintergrundinformationen bereitgestellt werden.
Welche Informationen typischerweise erforderlich sind
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Einsatzumgebung: Industrieatmosphäre, Lagerbedingungen, Transport
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Zeitverlauf und Fehlerhäufigkeit
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bekannte Expositionen: Dämpfe, Emissionen, Medienkontakt
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Sichtbefunde: Korrosion, Verfärbungen, Beläge, vorhandene Daten
Je nach Befund werden geeignete Analysen eingesetzt, um Korrosionsprodukte, Beläge oder typische Reaktionsmuster zu identifizieren.
Wie lässt sich feststellen, ob ein Ausfall durch Elektrochemische Migration verursacht wurde und welche Informationen sind dafür erforderlich?
ECM ist typischerweise relevant, wenn Feuchte, ionische Kontamination und elektrische Feldstärken zusammenwirken und leitfähige Strukturen zwischen Potentialen entstehen. Für eine belastbare Bewertung müssen Randbedingungen, mögliche Ionenquellen und das Fehlerbild nachvollziehbar dokumentiert sein.
Welche Informationen die Abklärung erleichtern
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Baugruppe und betroffene Zone, möglichst im Originalzustand
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Einsatz oder Testbedingungen: Feuchte, Temperatur, Spannung, Zeit
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Dokumentation: Bilder, Messwerte, Ausfallzeitpunkt
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Hinweise auf Ionenquellen: Prozessrückstände, Materialien, Reinigungs und Spülprozesse
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Schutzkonzepte: Beschichtung, Verguss, Dichtung, Gehäuse
Je nach Fragestellung werden geeignete Analysen gewählt, um Rückstände zu identifizieren, Strukturen zu bewerten und Ursachenlogik nachvollziehbar abzuleiten.
Wie bewerten Sie die Feuchterobustheit von Baugruppen und Power Modulen?
Feuchterobustheit wird relevant, wenn Baugruppen unter Klimaeinfluss, Kondensation oder wechselnden Betriebsbedingungen eingesetzt werden. Bewertung und Absicherung basieren auf Belastungsprofil, Materialsystem, Oberflächenzustand, Rückständen und Schutzkonzepten sowie auf geeigneten Nachweisen.
Welche Informationen hierfür typischerweise benötigt werden
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Einsatzprofil und Belastungsbedingungen: Temperatur, Feuchte, Zyklen, Spannungen
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Material und Aufbau: Leiterplatten, Baugruppenaufbau, Schutzkonzepte, Beschichtungen, Verguss, Dichtungen
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Rückstandsprofil und potenzielle Ionenquellen
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vorhandene Prüfungen und Ergebnisse: Klimastress, Ausfallzeitpunkte, Bilder, Messwerte
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Ziel der Bewertung: Freigabe, Risikoreduktion, Ursachenklärung, Verifikation von Maßnahmen
Was unsere Abhilfe-Module besonders macht
Abhilfe-Module verbinden praxisorientiertes Know how mit strukturierter Unterstützung bei konkreten Fragestellungen. Sie eignen sich sowohl zur Fehlerbehebung bei Ausfällen und Auffälligkeiten als auch zur Absicherung von Prozessen, zum Beispiel bei Prozessvalidierung, Freigaben oder Änderungen.
Was ist in Abhilfe-Modulen typischerweise enthalten
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Praxis-Input und Wissensvermittlung, abgestimmt auf den konkreten Anwendungsfall
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Strukturierter Austausch zu Ausfällen, Auffälligkeiten und Randbedingungen, inklusive Einordnung möglicher Ursachen und Risiken
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Ableitung und Bewertung von Abhilfe-Ansätzen, inklusive Priorisierung und Umsetzungsempfehlungen
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Unterstützung bei Prozessabsicherung, zum Beispiel bei Prozessvalidierung, Prozessfenstern, Nachweislogik oder Dokumentation für interne und externe Anforderungen
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Optionale Einbindung geeigneter Prüf- und Nachweisbausteine, wenn eine Verifikation erforderlich ist
Wann Abhilfe-Module besonders sinnvoll sind
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Wiederkehrende Auffälligkeiten oder unklare Fehlerbilder, bei denen ein reines „Befund erhalten“ nicht ausreicht
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Wenn Erfahrungswissen für die Einordnung, Bewertung und Prozessabsicherung benötigt wird
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Bei Änderungen, Anläufen oder Validierungsfragestellungen, bei denen Risiken vorab reduziert werden sollen
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Wenn das Ziel ist, Ursachen und Maßnahmen nachvollziehbar zu kommunizieren, zum Beispiel gegenüber Kunden oder Auditoren
Wie gehen Sie mit Vertraulichkeit, NDA (Non-Disclosure Agreement) und Daten um?
Vertraulichkeit ist für uns selbstverständlich. Auf Wunsch schließen wir ein NDA ab. Darüber hinaus arbeiten wir nach etablierten Managementsystemen und Standards, um einen strukturierten und sicheren Umgang mit Informationen und Daten sicherzustellen.
Was das in der Praxis bedeutet
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NDA: Ein NDA ist jederzeit möglich und kann vor dem Austausch von Unterlagen, Bildern oder Prüflingen abgeschlossen werden.
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Zertifizierungen: Wir sind nach ISO 9001 und ISO 27001 zertifiziert.
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TISAX©: Zusätzlich verfügen wir über das TISAX Label.
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Daten und Unterlagen: Ergebnisse, Dokumentationen und Bildmaterial werden ausschließlich im vereinbarten Rahmen verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.
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Weiterbildung durch erfahrene Experten. Trainings und Seminare der ZESTRON Academy
KontaktAusfälle einordnen, Risiken bewerten, Abhilfe verifizieren
Nächste Schritte definieren – vom fachlichen Austausch zu Fehlerbild und Einsatzbedingungen über geeignete Prüf- und Nachweisbausteine bis zur Umsetzung und Absicherung wirksamer Abhilfemaßnahmen.