Risikobewertung für Isolationskoordination in Hochvolt-Elektronik

Herstellerneutrale Bewertung von Verschmutzung, Feuchte, Materialien und Beschichtung für belastbare Entscheidungen zur Isolationskoordination.

RisikobewertungWas bedeutet Isolationskoordination bei Hochvolt-Elektronik?

Isolationskoordination beschreibt die Auslegung von Luftstrecken, Kriechstrecken und Isolationssystemen unter den zu erwartenden elektrischen und umgebungsbedingten Belastungen. In Hochvolt-Anwendungen beeinflussen neben dem Spannungsniveau insbesondere Verschmutzung, Feuchte, Materialeigenschaften und Beschichtungen das tatsächliche Isolationsrisiko.

ZESTRON bewertet herstellerneutral, praxisnah und datenbasiert, wie Partikel, ionische Verunreinigungen, Rückstände und Beschichtungen diese Risiken beeinflussen. Daraus entstehen eine nachvollziehbare Risikoeinstufung, konkrete technische Maßnahmen und eine dokumentierte Grundlage für interne Entscheidungen sowie Abstimmungen mit OEMs.

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Icon zur gezielten Fehlerunterstützung und Ursachenanalyse in Prozessen der Leistungselektronik | © @ZESTRON

Validierung und FreigabeWann wird Isolationskoordination zum Projektrisiko?

Hochvolt-Leistungselektronik entwickelt sich von heute typischen Spannungsniveaus von 400 bis 500 V zunehmend in Richtung 800 bis 1.200 V. Mit steigenden Spannungen verändern sich auch Fehlerbilder und Risikoprofile. Durchschläge, Kriechströme und feuchtebedingte Effekte lassen sich deshalb nicht zuverlässig aus Erfahrungen mit Niedervolt-Anwendungen ableiten.

Die Isolationskoordination bildet hierfür den Auslegungsrahmen. Abstände zwischen leitfähigen Teilen sowie das Isolationssystem müssen so ausgelegt werden, dass Isolationsversagen unter den zu erwartenden Betriebs- und Umgebungsbedingungen vermieden wird.

Ein zentraler Parameter ist dabei der Verschmutzungsgrad. Er beschreibt, in welchem Maß Verunreinigungen unter den jeweiligen Umgebungsbedingungen elektrisch leitfähig werden können und welche Rolle Feuchte und Betauung spielen.

Damit stellt sich eine zentrale Frage: Wie lässt sich der passende Verschmutzungsgrad belastbar begründen, wenn Erfahrungswerte aus Niedervolt-Anwendungen nicht mehr ausreichen und Nachweise nach DIN EN IEC 60664-1 erforderlich sind?

In der Praxis wird das Thema meist dann dringend, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • Ein OEM fordert eine nachvollziehbare Begründung des Verschmutzungsgrads sowie der erforderlichen Luft- und Kriechstrecken.

  • Während der Validierung oder im Feld treten Auffälligkeiten wie sporadische Durchschläge, Tracking oder Hinweise auf Kriechströme auf.

  • Eine bestehende Plattform wird auf 800 V oder höhere Spannungsniveaus umgestellt oder Materialien und Umgebungsprofile verändern sich.

  • Es besteht Unsicherheit, ob die Annahmen zu Verschmutzung, Feuchte und Betauung den tatsächlichen Betriebsbedingungen entsprechen.

  • Für Serienfreigabe, PPAP, interne Entscheidungsgremien oder Audits wird eine nachvollziehbare technische Dokumentation benötigt.

ZESTRON unterstützt dabei, die relevanten Einflussfaktoren herstellerneutral zu bewerten, Isolationsrisiken technisch einzuordnen und eine belastbare Grundlage für Freigabe, weitere Validierung und erforderliche Maßnahmen zu schaffen.

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EntscheidungsgrundlageZiel der Risikobewertung

Ziel ist eine belastbare technische Entscheidungsgrundlage für die Isolationskoordination unter realen Betriebsbedingungen.
Die Risikobewertung beantwortet dabei drei zentrale Fragen:

  1. Wie hoch ist das tatsächliche Risiko für Isolationsversagen unter den zu erwartenden elektrischen und umgebungsbedingten Belastungen?

  2. Welche Einflussfaktoren treiben das Risiko in der konkreten Baugruppe oder Anwendung?

  3. Welche Maßnahmen können das Risiko gezielt reduzieren und wie lässt sich ihre Wirksamkeit überprüfen?

Das Ergebnis ist eine nachvollziehbare Bewertung, die technische Entscheidungen zu Freigabe, Validierung und erforderlichen Maßnahmen unterstützt und als Grundlage für interne Abstimmungen sowie Gespräche mit OEMs oder Lieferanten genutzt werden kann.

Was wird bei der Isolationskoordination konkret bewertet?

Für eine belastbare Begründung des Verschmutzungsgrads reicht es nicht aus, einzelne Einflussgrößen isoliert zu betrachten. Entscheidend ist das Zusammenspiel der relevanten Risikotreiber unter den tatsächlichen Einsatzbedingungen.

Im Fokus stehen insbesondere:

Technische Sauberkeit

Partikel und produktionsbedingte Rückstände können Luft- und Kriechstrecken beeinflussen und dadurch das Risiko eines Isolationsversagens erhöhen.

Ionische Verschmutzungen

Ionische Rückstände können in Verbindung mit Feuchte leitfähige Filme bilden, Kriechströme begünstigen und elektrochemische Prozesse fördern.

Beschichtung

Entscheidend ist nicht allein, ob eine Beschichtung vorhanden ist, sondern welche Schutzwirkung sie unter den relevanten elektrischen und klimatischen Belastungen tatsächlich bietet und ob lokale Schwachstellen bestehen.

ZESTRON bewertet diese Einflussfaktoren herstellerneutral mit gezielter Analytik und Validierung. Je nach Fragestellung kommen beispielsweise Frittspannungsanalyse, Ionenchromatographie und Beschichtungsprüfungen zum Einsatz. Die Untersuchungen werden gezielt danach ausgewählt, welche Aussage sie für die konkrete Isolationskoordination und die anstehende technische Entscheidung liefern.

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VorgehenSchnell zu belastbaren Aussagen

Damit aus der Risikobewertung eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die Isolationskoordination entsteht, geht ZESTRON strukturiert in drei Schritten vor. Umfang und Analytik werden dabei gezielt auf die konkrete Fragestellung und den erforderlichen Nachweis abgestimmt.

Schritt 1
Anwendung und Rahmenbedingungen einordnen

Zu Beginn werden Spannungsniveau, Baugruppenaufbau, Einsatzumgebung, vorhandene Ausfallbilder, technische Anforderungen und Spezifikationen betrachtet. So lässt sich einordnen, welche Einflussfaktoren für die konkrete Isolationskoordination tatsächlich relevant sind.

Schritt 2 
Relevante Risikotreiber bewerten

Auf Basis der Fragestellung werden die relevanten Einflussgrößen gezielt untersucht. Je nach Anwendungsfall können dazu beispielsweise Technische Sauberkeit, ionische Verunreinigungen, Feuchtebelastung und die Schutzwirkung von Beschichtungen gehören. Analytik und Validierung werden so ausgewählt, dass sie eine belastbare Aussage für die konkrete Risikobewertung ermöglichen.

Schritt 3
Risiko einordnen und Maßnahmen ableiten

Die Ergebnisse werden im Zusammenhang mit Anwendung, Umgebungsbedingungen und Anforderungen bewertet. Daraus entstehen eine nachvollziehbare Risikoeinstufung, priorisierte Maßnahmen und Empfehlungen für die weitere Validierung oder technische Absicherung.

Was erhalten Sie als ErgebnisBelastbare Grundlage für technische Entscheidungen

ie erhalten eine kompakte und nachvollziehbare Dokumentation, die die für Ihre Entscheidung relevanten Ergebnisse zusammenführt:

  • technische Einordnung der Risiken hinsichtlich Durchschlag, Kriechstrom und Feuchteeinflüssen

  • Begründung, welche Annahmen zum Verschmutzungsgrad unter den betrachteten Bedingungen tragfähig sind

  • priorisierte Maßnahmen zur Risikoreduktion, beispielsweise entlang von Prozess, Reinigung und Schutzkonzept

  • konkrete nächste Schritte zur Verifikation der Maßnahmen

  • dokumentierte Grundlage für interne Entscheidungen sowie Abstimmungen mit OEMs oder Lieferanten

Damit entsteht eine belastbare Grundlage, um Anforderungen der Isolationskoordination nachvollziehbar zu bewerten, Risiken gezielt zu reduzieren und weitere Validierungs- oder Freigabeschritte technisch zu begründen.


EinstiegIsolationsrisiken unabhängig bewerten lassen

Wenn Isolationskoordination durch OEM-Anforderungen, aktuelle Ausfälle oder eine Hochvolt-Umstellung zum Projektthema wird, schafft ein Erstgespräch schnell Klarheit über Ziel, Rahmenbedingungen und den sinnvollsten Weg zu belastbaren Aussagen.

Als unabhängiger Dienstleister bewertet ZESTRON die konkrete Fragestellung herstellerneutral. Alternativ kann eine Musterbewertung als strukturierter Einstieg dienen.

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Abbildung Whitepaper Analytischer Ansatz zur Umsetzung der Isolationskoordination | © ZESTRON EUROPE

Whitepaper CollectionAnalytischer Ansatz zur Umsetzung der Isolationskoordination

Bei 400 V bis 1200 V reichen extrapolierte Niedervolt Annahmen nicht mehr aus. Das Whitepaper erläutert, wie Verschmutzungsgrad, Kontamination und Isolationsstoff über einen analytischen Ansatz bewertet werden.

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