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Unbemerkte Bauteiländerung als Ursache für Serienausfälle
Wenn bewährte Komponenten plötzlich ausfallen, liegt die Ursache nicht immer im eigenen Fertigungsprozess. Ein Praxisfall aus der Automotive-Elektronik zeigt, wie ZESTRON die tatsächliche Ausfallursache identifiziert und daraus konkrete Abhilfemaßnahmen ableitet.
— Schadensabhilfe Fehlerhafte Lautstärkeregler: Produktionsrisiko für Autoradiohersteller
Unerklärliche Ausfälle elektronischer Baugruppen führen schnell zu Reklamationen, Lieferstopps und hohen Folgekosten. Besonders kritisch wird es, wenn ein Bauteil über Jahre hinweg zuverlässig funktioniert hat und plötzlich in der Serie auffällig wird.
In solchen Fällen reicht es nicht aus, nur das sichtbare Schadensbild zu betrachten. Entscheidend ist eine strukturierte Ursachenanalyse: Welche Veränderungen gab es im Bauteil, im Material, in der Lieferkette oder in den Einsatzbedingungen? Genau hier unterstützt ZESTRON Hersteller, Zulieferer und EMS-Dienstleister mit Schadensanalyse, Risikobewertung und konkreten Abhilfemaßnahmen.
— ProblemstellungPlötzliche Ausfälle trotz bewährtem Bauteil
Ein Hersteller von Automotive-Elektronik wurde mit einer steigenden Anzahl an Reklamationen konfrontiert. Betroffen war ein bestimmter mechanischer Drehschalter, der in einem Serienprodukt eingesetzt wurde. Das Bauteil war seit Jahren im Einsatz und hatte zuvor keine Auffälligkeiten gezeigt.
Das Schadensbild war eindeutig: Der Regler ließ sich in eine Richtung weiterhin problemlos betätigen, in die andere Richtung kam es jedoch zu Funktionsstörungen. Für den Hersteller entstand daraus ein akutes Risiko für Qualität, Lieferfähigkeit und mögliche Feldmaßnahmen.
Auffällig war zudem, dass die Reklamationen vor allem aus Regionen mit warmem Klima und belasteter Umgebungsluft gemeldet wurden. Der erste Verdacht lag deshalb nahe: Schadgaskorrosion könnte die Funktion des Bauteils beeinträchtigen.
— Analyse und FehlersucheDem Defekt auf der Spur
Warum die erste Annahme nicht immer die richtige ist
Bei Ausfällen elektronischer Baugruppen führt ein plausibles Schadensbild schnell zu einer ersten Hypothese. Diese ist wichtig, darf aber nicht vorschnell zur finalen Ursache erklärt werden.
Im vorliegenden Fall wurde zunächst geprüft, ob Schadgase die Kontakt- oder Funktionsflächen des Drehschalters angegriffen hatten. Eine detaillierte Untersuchung mit geeigneten Prüfungen bestätigte diesen Verdacht jedoch nicht.
Damit war klar: Die Ursache musste tiefer liegen. ZESTRON setzte die Analyse fort und verglich funktionierende Bauteile aus früheren Serien mit auffälligen Bauteilen aus der neuen Produktionscharge.
Die Analyse zeigte eine unbemerkte Materialänderung
Der direkte Vergleich brachte den entscheidenden Hinweis: Im neuen Drehschalter wurde ein veränderter Schmierstoff eingesetzt.
Diese Änderung war für den Hersteller zunächst nicht transparent. Der neue Schmierstoff war für die tatsächlichen Einsatzbedingungen jedoch nicht ausreichend geeignet. Unter erhöhten Temperaturen alterte er schneller und veränderte seine Konsistenz. Die Folge war eine mechanische Beeinträchtigung des Drehschalters, die sich im Betrieb als Funktionsstörung bemerkbar machte.
Damit lag die Ausfallursache nicht in einer klassischen Verunreinigung der Baugruppe und auch nicht in Schadgaskorrosion. Entscheidend war eine nicht ausreichend bewertete Materialänderung innerhalb der Lieferkette.
— LösungsansatzKonkrete Abhilfe statt reiner Fehlerbeschreibung
Für den Kunden war nicht nur die Identifikation der Ursache entscheidend. Wichtig war vor allem, schnell eine belastbare technische Lösung abzuleiten.
Auf Basis der Analyse konnte der Schmierstoff gezielt bewertet und durch eine alterungsbeständigere Variante ersetzt werden. Dadurch ließ sich das Risiko weiterer Ausfälle reduzieren und die Funktion des Bauteils unter den relevanten Einsatzbedingungen wieder absichern.
Der Fall zeigt: Schadensanalyse endet nicht mit der Beschreibung eines Ausfalls. Entscheidend ist der nächste Schritt, nämlich die Überführung der Analyseergebnisse in konkrete Maßnahmen für Produkt, Prozess oder Lieferkette.
Unbemerkte Änderungen an Bauteilen, Materialien oder Hilfsstoffen können erhebliche Auswirkungen auf die Zuverlässigkeit elektronischer Baugruppen haben. Das betrifft nicht nur Reinigungsprozesse oder Oberflächenkontaminationen, sondern auch mechanische Komponenten, Beschichtungen, Schmierstoffe, Kunststoffe, Vergussmassen oder Lieferantenmaterialien.
Besonders kritisch sind Änderungen, die nicht rechtzeitig kommuniziert oder nicht unter realistischen Einsatzbedingungen bewertet werden. Im Serienumfeld können daraus Reklamationen, Produktionsstopps, zusätzliche Prüfaufwände oder Rückrufrisiken entstehen.
Für Hersteller und Zulieferer ergeben sich daraus zentrale Fragen:
- Welche Bauteil- oder Materialänderungen wurden in der Lieferkette vorgenommen?
- Wurden diese Änderungen für die tatsächlichen Einsatzbedingungen bewertet?
- Passt die erste Ausfallhypothese wirklich zum Schadensbild?
- Welche Prüfungen sind notwendig, um die Ursache belastbar einzugrenzen?
- Welche Abhilfemaßnahme reduziert das Risiko nachhaltig?
ZESTRON unterstützt Unternehmen, wenn elektronische Baugruppen, Leistungsmodule oder einzelne Komponenten unerwartet ausfallen, Qualifikationstests nicht bestehen oder im Feld auffällig werden.
Dabei betrachten wir nicht nur Reinigung und Kontamination. Je nach Schadensbild prüfen wir auch Materialveränderungen, Umwelteinflüsse, Lieferantenänderungen, Bauteileigenschaften, Oberflächenzustände und Prozessrisiken.
Unsere Unterstützung umfasst:
- strukturierte Schadensanalyse bei Feldrückläufern, Qualifikationsausfällen und Serienproblemen
- Eingrenzung plausibler Ausfallmechanismen
- Prüfung und Bewertung von Bauteilen, Materialien und Oberflächen
- Vergleich auffälliger und unauffälliger Chargen
- Ableitung konkreter Abhilfemaßnahmen
- Unterstützung bei der technischen Kommunikation mit Lieferanten
- Risikobewertung für Serie, Freigabe und weitere Produktion
Ziel ist nicht nur die Klärung der Ursache. Ziel ist eine belastbare Entscheidungsgrundlage, mit der Qualitätsrisiken reduziert, Lieferfähigkeit gesichert und Wiederholfehler vermieden werden können.
Eine unabhängige Ursachenanalyse hilft besonders dann, wenn mehrere Einflussgrößen möglich sind und interne Prüfungen keine eindeutige Antwort liefern. ZESTRON verbindet analytische Methoden, Erfahrung aus Schadensfällen und technisches Verständnis für elektronische Baugruppen, Materialien und Einsatzbedingungen.
Dadurch erhalten Unternehmen:
- eine nachvollziehbare Bewertung des Schadensmechanismus
- mehr Sicherheit bei der Bewertung von Lieferantenänderungen
- belastbare Argumente für interne und externe Abstimmungen
- konkrete technische Abhilfemaßnahmen
- reduzierte Risiken für Reklamationen, Lieferstopps und Feldmaßnahmen
- eine bessere Grundlage für zukünftige Spezifikationen und Prüfanforderungen
— Schadensabhilfe & RisikobewertungUnerklärlicher Ausfall in Ihrer Serie?
Sie haben einen Qualifikationsausfall, Feldrückläufer oder eine plötzliche Auffälligkeit an elektronischen Baugruppen, Komponenten oder Leistungsmodulen?
ZESTRON unterstützt Sie bei der strukturierten Ursachenanalyse, bewertet technische Risiken und leitet konkrete Abhilfemaßnahmen ab.
Senden Sie uns Ihr Schadensbild oder sprechen Sie mit unseren Experten über Ihre aktuelle Herausforderung.
— Whitepaper CollectionQualitätstest der Schutzwirkung von Vergussmassen gegen Schadgas und Feuchte
Schwachstellen in Vergussmassen von elektronischen Bauelementen und bestückten Leiterplatten können im Falle ungünstiger Umwelteinflüsse eine drastische Verkürzung der Lebensdauer oder auch den sofortigen Frühausfall der gesamten Schaltung zur Folge haben.